Gerhard-Marcks-Haus in Bremen
Das Gerhard-Marcks-Haus ist ein lebendiges, offenes Museum für moderne und zeitgenössische Bildhauerei und zählt international zu den anerkannten Bildhauermuseen. Den Grundstein hierfür legte Gerhard Marcks (1889-1981) 1969 selbst. Heute bewahrt die Stiftung sein Lebenswerk, bestehend aus einer Sammlung von 500 Skulpturen, über 13.000 Handzeichnungen und mehr als 2.000 Blättern Druckgrafik. Bis heute wurde dieses monografische Konvolut um zahlreiche Werke von anderen Künstlern erweitert. Das Team des Hauses will Menschen für Bildhauerei begeistern und ihnen einen persönlichen Zugang dazu ermöglichen. Seine Schwerpunkte liegen auf anregenden, abwechslungsreichen Ausstellungen, der kunsthistorischen Forschung und der Vermittlung. Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder werden regelmäßig Lesungen, Vorträge, und Exkursionen, aber auch Kurse im eigenen Museumsatelier angeboten.
Museumsgütesiegel 2022-2028
Ausstellungen
Clémence van Lunen. Kribbelige Unruhe
Auf den ersten Blick beeindrucken die Skulpturen von Clémence van Lunen (geb. 1959) durch ihre Monumentalität und eine gewisse fröhliche Fremdartigkeit. Van Lunen arbeitet im Grenzbereich zwischen Keramik und Skulptur. Auf dem Foto ohne Maßstab wirken ihre Werke oft einfach geknetet, in natura im Ausstellungsraum stellt sich heraus, dass sie viel größer sind und gebaut wurden. Dennoch behalten sie den spielerischen Charakter einer Skizze. Die oft simplen Themen (Blumen, Vögel, Vorhänge), die die Künstlerin zum Ausgangspunkt nimmt, lenken nicht ohne Ironie den Blick auf den Aufwand, den sie betreibt, um ihre Skulpturen zu schaffen und die heutige Überbetonung von Inhalten in der Kunst.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit drei Essays. Diese erste Monografie zeichnet den Werdegang und die Inspiration dieser barocken Künstlerin nach, die zu einer Handvoll Bildhauer*innen gehört, die seit Beginn der 2000er-Jahre das Gebiet der Keramik grundlegend erneuern.
Die Retrospektive ist eine Kooperation mit Keramis – Centre de la Céramique, La Louvière (Belgien). Die Zusammenarbeit zwischen Keramikmuseum und Bildhauermuseum markiert die besondere Position der Künstlerin.
Kabinettausstellung: "Go West" – Marcks und Amerika
Amerika in all seinen Facetten war für Gerhard Marcks (1889–1981) ein stetiger Bezugspunkt. Schon als Kind schrieb er »Indianer«-Geschichten und träumte vom »Wilden Westen«. Später wurde der Kontinent für ihn greifbarer: Bereits 1931 war er auf der Ausstellung »German Painting and Sculpture« im Museum of Modern Art (New York) vertreten und ab 1937 fand er in Curt Valentin einen Galeristen, der sein Werk in Übersee vertrat. Wie viele von Marcks‘ Bekannten hatte er Deutschland unter den Nationalsozialisten verlassen müssen. Nach dem Zweiten Weltkrieg reiste Marcks 1950 und 1963 nach Amerika. Er besuchte dort alte Freunde und ließ sich durch Menschen und Landschaft zu Plastiken sowie Zeichnungen inspirieren. Die Ausstellung gibt Einblicke in sein Netzwerk.
Soyeon An. »형 – Die Schönheit der Unvollkommenheit«
Mit der Ausstellung rückt Soyeon An (geb. 1988) die Formen und Ästhetik der traditionellen koreanischen Keramikkunst in den Mittelpunkt.
형 (Hyeong) ist das koreanische Wort für »Form«, die in dieser Ausstellung besonders betrachtet wird. Die Formen ihrer Keramiken sind von Imperfektion und Unvollkommenheit geprägt. Mit den Linien und Kurven traditionell koreanischer Objekte, wie dem »Moon Jar« sowie aus Werken wie »Totems« lässt die Künstlerin Formen entstehen, die von Natürlichkeit und Zurückhaltung geprägt sind. Ohne Absicht oder Überhöhung offenbart sich eine stille Balance, in der Harmonie und Unregelmäßigkeit selbstverständlich nebeneinander bestehen. Dazu kommen die feinen Linien des »Kintsugi«, der japanischen Tradition zerbrochene Keramiken mit Gold und Silber zu verbinden. Die Brüche werden nicht verborgen, sondern bewusst als Narben hervorgehoben.
Clémence van Lunen. Kribbelige Unruhe
Der Maler Klaus Eberhardt wurde 1954 in Delmenhorst geboren und studierte in Braunschweig Malerei. Obwohl er seine Werke nur zu wenigen Gelegenheiten ausstellte, hielt er bis zu seinem Tod 2024 an der Malerei als Mittel der Kommunikation fest. In seinem Nachlass befinden sich Werke, die eine eigenständige und sehr aufrichtige Bildqualität erreichen und an Autonomie gewinnen, nachdem der Künstler nicht mehr zu ihren Bedeutungen befragt werden kann. An die Stelle der Künstlerselbstaussagen tritt ein aktives Sehen, das die Bilder als Gesprächspartner ernst nehmen muss.
Die Bilder von Klaus Eberhardt treffen im Haus Coburg auf Künstler:innen, die in ihren Werken eine autofiktionale Figuration verfolgen und Gefährdungen thematisieren, ohne sie auszubuchstabieren. Asana Fujikawa (*1981 in Tokio) entwickelt in druckgrafischen Folgen märchenhafte Narrationen, deren Protagonisten sie anschließend in Keramik ausformt. So entstehen filigrane Gestalten, die einen dissoziativen Zustand von An- und Abwesenheit kultivieren. Hans-Hendrik Grimmling (*1947 in Zwenkau) ringt in seinen Gemälden um Freiraum. Körperglieder, Vögel und Pflanzen sind wiederkehrende Motive, mit denen er metaphorisch gegen einengende und repressive Strukturen vorgeht. Aura Roig (*1994 in Tortosa) verbindet in ihrer Malerei persönliche Erfahrungen und universelle Ideen zu einem magischen Realismus. Vor allem die Familie als Ort der Fürsorge und der repressiven Traditionsweitergabe kontrastiert sie in ihren Werken mit Humor.
Sachgebiete
Tourismusregion
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Am Wall 208
28195 Bremen
Tel. (04 21) 98 97 520
info@marcks.de
www.marcks.de
Di - Mi 10 - 18 Uhr,
Do 10 - 21 Uhr,
Fr - So 10 - 18 Uhr
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- Freier Eintritt bis 18 Jahre









