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Museen wieder geöffnet – Positive Bilanz der ersten Tage

Erleichterung machte sich vor einigen Tagen unter den Kulturschaffenden des Landes breit: seit dem 8. März 2021 dürfen Museen und Kultureinrichtungen wieder öffnen.

Sie alle haben nun wieder die Möglichkeit, einem breiten und diversen Publikum kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Wie wichtig diese Aufgabe ist, hat die Pandemie in den letzten Monaten gezeigt. Während des Lockdowns und den damit einhergehenden, noch immer anhaltenden Kontaktbeschränkungen litten und leiden immer mehr Menschen unter der andauernden Isolierung. Um dieser entgegenzuwirken, braucht es Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Anderen. Hier können Museen einen wichtigen Beitrag leisten, sind sie doch als Bildungs- und Begegnungsorte für die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen geübt. Die in vielen Häusern auf hervorragende Weise umgesetzten Hygienekonzepte tragen zudem dazu bei, dass sich Besucher*innen in den Ausstellungen sicher fühlen.

Viele Museen eröffneten am 9. März, da der Montag in den meisten Häusern ein Schließtag ist. Viel Zeit zur Vorbereitung hatten sie nicht, die niedersächsische Verordnung wurde am Sonntag zuvor veröffentlicht. Einige Museen bieten anlässlich der Wiederöffnung freien oder ermäßigten Eintritt, verlängerte Öffnungszeiten oder spezielle Öffnungstage für neue Ausstellungen. Auch wird die notwendige Anmeldung des Besuchs akzeptiert Grundsätzlich positiv fiel die Bilanz der ersten Tage aus.

Das Deutsche Pferdemuseum in Verden konnte bereits am ersten Wochenende nach Wiederöffnung eine rund 80 %ige Auslastung der zur Verfügung stehenden Zeitkontingente verzeichnen. „Um möglichst vielen Interessierten den Besuch unserer aktuellen Sonderausstellung zu ermöglichen, verzichten wir bis zum Ende der Ausstellungslaufzeit auf den Ruhetag und weiten die Öffnungszeiten in die Abendstunden aus. Aufgrund der strikten Begrenzung hinsichtlich der max. Personenzahl wird es uns aber dadurch nicht gelingen, die Verluste aus den beiden Lockdowns auszugleichen“, sagt Ina Rohlfing, Leiterin Verwaltung, Finanzen und Personal aus dem DPM. Allein im Jahr 2020 war das Deutsche Pferdemuseum coronabedingt über 100 Tage geschlossen, was zu einem Rückgang der Besuchszahlen von über 40 % führte.

Auch das Syker Vorwerk Zentrum für zeitgenössische Kunst in Syke freut sich nach einem Besucherrückgang in 2020 von über 65% im Vergleich zum Vorjahr über die regen Nachfrage in den vergangenen Tagen. Dabei sei die Stimmung unter den Besuchern durchweg positiv, so Nicole Giese-Kroner, Künstlerische Leiterin des Museums. „Die Menschen freuen sich, endlich wieder physisch in die Ausstellung gehen zu können“.

Mit Spannung wurden die ersten Öffnungstage nach den Lockerungen des Lockdowns auch in den Museen Stade erwartet. „Wir waren positiv erstaunt über die hohe Nachfrage der Besucherinnen und Bescher in den ersten Tagen. Unser Hygienekonzept sowie das neue Online-Buchungssystem wurden dabei durchweg gut angenommen. Die Besucher*innen gingen sehr diszipliniert durch unsere Ausstellungen“, freut sich Dr. Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade. „Es bleibt zu hoffen, dass sich die großen Anstrengungen im Zuge der Wiedereröffnung auch lohnen und keine erneute Schließung droht ggf. sogar verbunden mit einer anschließenden Umstellung der Regelungen, die unsere Investitionen überflüssig macht.“

Vielerorts war festzustellen, dass die in den letzten Monaten zahlreich entstandenen digitalen Angebote die Angebotspalette der Museen zwar positiv ergänzen. Einen Ersatz für die Begegnung mit dem Original stellen sie jedoch nicht dar. Dennoch steht zu befürchten, dass durch die lang anhaltende Schließzeit das Publikum nur mit großem Aufwand zurückgewonnen werden kann. Dies betrifft insbesondere den Schulbereich. Hier hängt es auch von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab, in wieweit wieder Aktionstage, Gruppenführungen und Mitmach-Aktionen angeboten werden können.

Neben dem Wegfall des Publikumsverkehrs führte in vielen Museen auch die Tatsache, dass in den Museumscafés und -shops keine Umsätze generiert werden konnten, zu erheblichen Umsatzeinbußen. Gerade im Bereich der Gastronomie hoffen viele Häuser daher nun auf baldige weitere Lockerungen.

Die vollständige Pressemeldung zum Download (pdf)

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