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28.10.2019

30 Jahre Mauerfall

und die Erinnerungsarbeit niedersächsischer (Grenz-)Museen


Für die ältere Generation unfassbar lange her: vor 30 Jahren fiel die Mauer in Berlin. In der Folge öffnete sich auch bald die innerdeutsche Grenze, die Niedersachsen seit 1945 im Osten vom Eichsfeld bis Bleckede an der Elbe von den Nachbarländern trennte. Die Bewohner*innen im niedersächsischen Grenzgebiet haben diese menschenfeindliche Barriere immer als bedrohlich wahrgenommen und gleichzeitig sehnsuchtsvolle Blicke über die martialischen Sperranlagen und die gut gesicherte Elbe als Grenzfluss geworfen. Es ist kein Wunder gewesen, dass es überwiegend Bürger*innen aus dem niedersächsischen Grenzgebiet waren, die Erinnerungsstücke bargen und Museen und Sammlungen einrichteten. Allein in Niedersachsen entstanden so zehn neue Museen, das umfangreichste mit dem Zonengrenzmuseum in Helmstedt, dem Ort des wichtigsten Ost-West-Eisenbahn- und Autobahnübergangs.

An der Geschichte Interessierte bargen im Grenzbereich zurückgelassene Relikte aus Ost und West. Grenzpfosten, Maschendrahtzaun, Uniformen von Grenztruppen, vor allem aber Bilder, die die heute nicht mehr sichtbare Situation festhalten. Weitere Sammlungen sind in Konau, Hitzacker, Schnackenburg, Wustrow, Schnega, Brome, Braunlage und Bad Sachsa entstanden, von Duderstadt aus wurde das Grenzlandmuseum Teistungen initiiert. Im März 2016 ist in Friedland, dem Ort des wichtigsten Grenzdurchgangslagers durch das Land Niedersachsen das Museum Friedland eröffnet worden. Eine zunächst in Störy aufgestellte Sammlung mit DDR-Trabi-Fahrzeugen ist heute Teil der Sammlungen des PS-Speichers in Einbeck.

„Der Museumsverband sieht in den Grenzmuseen eine wichtige Institution zur Erzählung unserer Geschichte der Deutschen Teilung ab 1945, ihrer Überwindung 1989 aber auch den Schritten des Zusammenwachsens. Bildern und Erinnerungsstücken in den Museen und Sammlungen kommt dabei große Bedeutung zu“, so Hans Lochmann, Geschäftsführer des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e.V.

Die Erinnerungsarbeit zur Deutschen Teilung bleibt ein Thema für die Forschung. 2012 wurde ein Forschungsprojekt zur Zukunft der Grenzmuseen der Leibniz Universität und des Historischen Museums mit einer Tagung und dem Blick auf Grenzbefestigungen in aller Welt beendet. Was in Deutschland Geschichte ist, ist in anderen Ländern Europas und der Welt hochaktuell. Der große Unterschied zur innerdeutschen Grenze ist, dass die meisten Grenzzäune das Einwandern verhindern sollen. Aktuell wird im Rahmen eines Projektes der Metropolregion Hamburg nach Wegen der besseren gemeinsamen Vermarktung geforscht.

Die vollständige Pressemeldung zum Download.


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