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02.12.2018

Bibelgeschichten in Mangan und Blau. Eine Ausstellung des Norder Bibelfliesenteams

02.12.2108 - 25.02.2019 Heimatmuseum Leer


Heimatmuseum Leer

Seit dem 17. Jahrhundert erfreuten sich Fayencefliesen aus den Niederlanden im gesamten Nord- und Ostseeraum großer Beliebtheit. Überall dort, wo Bürger und Bauern durch Gewerbe, Handel oder Landwirtschaft zu Wohlstand kamen, wuchs der Wunsch nach gehobenem Lebensstandard. Dies drückte sich in der Wohnungsausstattung aus. Über den meist nahe gelegenen Anschluss an die Wasserwege konnten bequem erlesene und begehrte Manufakturwaren aus den Nachbarländern importiert werden. In den Niederlanden war die Herstellung von bemalten Wandfliesen in dieser Zeit zu hoher Blüte gelangt. In den Manufakturen u.a. in Harlingen, Makkum, Utrecht und Rotterdam entstand die sog. „Delfter Fliesen“, die rasch zu einem begehrten Exportgut wurde. Aus den nördlichen Niederlanden wurden die Stücke oft als Ballast in Schiffen mitgeführt, gelangten so in die Küstengebiete im Nord- und Ostseeraum und prägten hier im 18. und 19. Jahrhundert die Innenausstattung der Häuser. Neben dekorativen floralen Motiven, Landschafts- und Tierdarstellungen sowie Soldaten- oder Hirtenszenen waren religiöse Themen bei der Fliesenbemalung beliebt. Die sog. „Bibelfliesen“ waren im 18. und 19. Jahrhundert im ganzen Nordwesten, vor allem in den Häusern der wohlhabenden Bauern und Bürger verbreitet. Im Zuge einer neuen Frömmigkeitsbewegung, des „Pietismus“, kamen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts biblische Motive in den Häusern wieder in große Mode. In Art einer Bildergeschichte „erzählten“ die einzelnen Fliesen auf den großflächigen Fliesenwänden Geschichten und Szenen aus der Bibel wie z.B. das Leben und Sterben von Jesus Christus. 

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