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Aktuelles

20.10.2020

Corona-Hilfsmaßnahmen des Bundes

Auch auf Bundesebene wurden verschiedene Maßnahmenpakete beschlossen, die Kulturschaffenden durch die Corona-Pandemie helfen sollen


1. Informationen über die Maßnahmen des Bundes für Solo-Selbständige sowie kleine und große Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie:

  • Soloselbständige können für den November 2020 bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes als direkte Hilfe erhalten. Anstelle des Vergleichsmonats 2019 können sie auch den monatlichen Durchschnittsverdienst 2019 als Bezugsrahmen zugrunde legen. Bis zu einer Summe von 5.000 Euro stellen Soloselbständige die Anträge selbst. Bei höheren Summen nimmt ein*e Steuerberater*in die Beantragung vor.

  • Betriebe, die von behördlichen Schließungen betroffen sind, werden mit Überbrückungshilfen in Höhe von 75 Prozent ihres Umsatzes aus November 2019 unterstützt.

  • Als indirekt Betroffene gelten Betriebe und Soloselbständige, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihres Umsatzes in Zusammenarbeit mit den direkt betroffenen Betrieben erwirtschaften. Dazu zählen z. B. Veranstaltungsfirmen, die mit Veranstaltungsorten zusammenarbeiten. Auch ihnen können 75 Prozent ihres Umsatzes aus November 2019 erstattet werden.
  • Zu den mittelbar indirekt Betroffenen zählen jene Betriebe und Selbständige, die 80 Prozent ihres Umsatzes mit indirekt betroffenen Betrieben erzielen, z.B. Tontechniker*innen, Bühnentechniker*innen oder Beleuchter*innen, die für indirekt betroffene Veranstaltungsfirmen arbeiten.

Anträge für die Überbrückungshilfe können ab sofort gestellt werden. Die Antragsplattform finden Sie hier.

Weitere Informationen:

Pressemeldung der Bundesregierung

Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen (Bundesministerium der Finanzen)

Informationsschreiben des Deutschen Städtetages

 

2.  Förderung von Raumluftanlagen in öffentlichen Gebäuden durch den Bund: Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten. Das Programm bezieht sich ausschließlich auf Gebäude / Versammlungsstätten der Länder und Kommunen sowie überwiegend öffentlich finanzierter Einrichtungen – auch Kultureinrichtungen. Rein private Institutionen des Kulturbereichs sind in NEUSTART KULTUR Teil 1 antragsberechtigt. Anträge können ab sofort beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt werden. Weitere Informationen

 

3. Der Bund stellt aus dem Kulturetat Mittel für ein Sofortprogramm NEUSTART zur Verfügung. Inzwischen wurden diese Mittel, die einmalig zur Verfügung stehen, von zunächst 10 Millionen auf 20 Millionen Euro verdoppelt. Dies solle der Unterstützung von Kultureinrichtungen bei Umbauten und Ausstattungsmaßnamen zur Reduzierung der Infektionsgefahr bei einer Wiedereröffnung dienen. Gefördert werden Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro, darunter z. B. auch digitale Vermittlungsangebote wie gänzlich neue oder eine Anpassung vorhandener Audioguides. Antragsberechtigt sind Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten ebenso wie Veranstaltungsorte von Konzert- und Theateraufführungen sowie soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser.

Zudem verhandelt der Bundesverband Soziokultur gerade mit dem BKM darüber, dass auch mehrere Teilbeträge aus dem Programm abgerufen werden können. Außerdem brauchen bei Antragsstellung noch keine konkreten Angebote vorliegen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass auch Leistungen wie Installatin von Software, Einbau etc. gefördert werden.

Sollen Investitionen zwischen 500 - 1.000 Euro gefördert werden, ist für die Antragstellung eine formlose Preisermittlung ausreichend. Für hochpreisigere Förderungen reichen zunächst Schätzwerte. Es wird darauf hingewiesen, dass die 10 % Eigenbeteiligung kein Muss sind und bei guter Begründung wegfallen können.

Um sofort mit Maßnahmen wie Einbau von Plexiglasscheiben etc. beginnen zu können muss gleichzeitig mit der Antragsstellung (online!) ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn beantragt werden (s. FAQs).

Die Fördergrundsätze und weitere Informationen zur Antragstellung können Sie nachfolgend herunterladen oder über die Homepage der BKM sowie des Bundesverbandes Soziokultur e.V. einsehen.

Fördergrundsätze "NEUSTART"

Antragsformular "NEUSTART"

FAQ "NEUSTART"

 

4. Darüber hinaus hat die Bundesregierung ein umfangreiches Förderprogramm "Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR" beschlossen. Ziel ist es, durch die Förderung das lahmgelegte kulturelle Leben wieder anzukurbeln und dadurch Arbeitsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler und allen im Kulturbereich Tätigen zu schaffen. Weitere Informationen

Mit dem ersten Programmteil von NEUSTART KULTUR „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“ unterstützt der Bund Kultureinrichtungen bei ihrer Wiedereröffnung und ihrem weiteren Betrieb, indem er Schutzmaßnahmen für Publikum und Beschäftigte ermöglicht. Die Gelder kommen kulturellen Einrichtungen zugute, deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird, sowie soziokulturellen Zentren. Hierbei wird auf die kontinuierliche Grundfinanzierung der Einrichtungen abgestellt; nicht dauerhafte öffentliche Projektförderungen bleiben unberücksichtigt. Eine Antragstellung ist ab dem 1. September 2020 möglich. Die Bearbeitung erfolgt nach der Reihenfolge des Eingangs. Der Eigenanteil der Investitionen liegt bei 10%. Die Fördergrundsätze für den Programmteil 1 „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“ finden Sie zudem hier.

Mit insgesamt 250 Mio. Euro sollen vor allem investive Schutzmaßnahmen, wie Sicherungsmaßnahmen in Kassenbereichen, Ertüchtigung von Lüftungsanlagen oder Sanitärbereichen in den Kultureinrichtungen finanziert werden, um den kulturellen Neustart in Deutschland kräftig zu unterstützen.

Die Förderanträge können bei den mittelausreichenden Stellen bis zum 30. November 2020 eingereicht werden. Bitte achten Sie darauf und schauen dazu regelmäßig in die Veröffentlichungen und auf die Homepage der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

 

5. Mit dem Förderprogramm „WissensWandel“ unterstützt der Deutsche Bibliotheksverband Bibliotheken und Archive ab November 2020 bei ihrer digitalen Weiterentwicklung.
Das Programm ist Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Es soll einen Beitrag dazu leisten, die Folgen der Corona-Pandemie für Bibliotheken und Archive zu mildern.
Ziel ist es, Bibliotheken und Archive dabei zu unterstützen, den Zugang zu ihren umfangreichen Angeboten und Beständen zukünftig auch unabhängig von einer Nutzung vor Ort in deutlich größerem Umfang als bisher zu sichern, neuartige (digitale) Formate der Wissens- und Informationsvermittlung zu entwickeln und ein nachhaltiges hybrides Angebotsportfolio mit einer Kombination aus digitalen und analogen Services dauerhaft und flächendeckend zu etablieren.
 
Bewerben können sich öffentlich zugängliche Bibliotheken und Archive in kommunaler, kirchlicher, freier oder sonstiger nichtstaatlicher Trägerschaft sowie Organisationen, die im Bibliotheks- und Archivbereich für die Aus- und Fortbildung zuständig sind. Die Mindestantragssumme beträgt 10.000 €. Die maximale Antragssumme ist abhängig von dem gewählten Förderbereich und liegt zwischen 50.000-200.000 €. Die Eigenbeteiligung der Einrichtung liegt bei 10%.
Anträge werden ab dem 2.11.2020 laufend entgegengenommen und in Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet und geprüft. Das Auswahlverfahren endet, wenn alle Mittel vergeben wurden, spätestens jedoch am 31.1.2021. Anträge für „Leuchtturmprojekte“ müssen bis zum 31.12.2020 eingereicht werden.
 
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bibliotheksverband.de/dbv/projekte/wissenswandel.html

 

6. Im Anschluss an die Corona-Soforthilfen des Landes und des Bundes ist die „Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen" in Kraft getreten, welche sich an kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbständige und Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb richtet, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Pandemie vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Alle Informationen zum Programm, eine Checkliste zur Antragsberechtigung sowie die Registrierung für die Steuerberater zur Einreichung der Anträge finden Sie auf der Informations-Website des BMWi.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen, bei denen der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammen um mindestens 60% gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen ist.
Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 3.000 Euro pro Monat, bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 5.000 Euro pro Monat. Die maximalen Erstattungsbeträge für kleine Unternehmen können in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden. Anträge können noch bis zum 31. August 2020 online gestellt werden.

 

7. Kulturprogramm des Konjunkturpaketes

Über das im Konjunkturpaket beschlossene Programm für den Bereich der Kunst, Kultur und Medien stehen eine Milliarde Euro zur Verfügung, um die Auswirkungen der Pandemie abzumildern und einen Neustart zu ermöglichen. Der Fokus ist darauf gerichtet, den privatwirtschaftlichen Kulturbetrieb, wie private Theater, Kinos, Festivals oder Clubs zu fördern. Es gilt, die kulturelle Infrastruktur vor Ort abzusichern.

Antragsberechtigt sollen damit ausschließlich nicht staatliche Kultureinrichtungen sein. Dazu gehören alle Einrichtungen, die eine öffentliche Förderung von weniger als 50 Prozent ihres Etats erhalten. Für kommunale Einrichtungen stehen jedoch Mittel aus dem Teilbereich für digitale Projekte oder Formate zur Verfügung. Die Mittel sollen über die einzelnen Fachverbände wie den Musikrat, den Deutschen Bühnenverein, den Börsenverein des Deutschen Buchhandels und den verschiedenen Verbänden aus dem Kreativsektor verteilt werden. Der Programmstart ist für Anfang Juli vorgesehen. Die Förderstrecken werden in den nächsten Tagen und Wochen erarbeitet.

Weitere Informationen – u. a. auch zur Öffnungsperspektive für kulturelle Einrichtungen – können Sie hier als pdf-Dokument herunterladen.

8. Das in der Forschungsinfrastrukturförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft angesiedelte Förderprogramm „Digitalisierung und Erschließung“ wurde zum 1. September 2020 umgestaltet und neu akzentuiert. Nun ist es möglich, Anträge auf die Digitalisierung und/oder Erschließung sämtlicher für die Forschung relevanter Objekte zu stellen. Damit adressiert das Programm neben gedrucktem und handschriftlichem Material auch dreidimensionale Objekte, Ton- und Videoaufnahmen, born digital objects etc. und soll damit nicht zuletzt einen Beitrag zur Erschließung und überregionalen Zugänglichmachung von musealen Beständen leisten. Da es für viele Materialien bisher kaum etablierte Digitalisierungs- und Erschließungsverfahren und Metadatenstandards gibt, ist ein weiterer Schwerpunkt des Programms die Förderung der Entwicklung von Qualitätskriterien und Standards für die Digitalisierung und Erschließung unterschiedlicher Objektarten. Beide Arten von Anträgen können auch von mehreren Institutionen gemeinsam gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.


 


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