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Aktuelles

22.04.2020

Wo bleibt die angekündigte Finanzhilfe für die Kultur?

AKKU fordert mind. 10 Millionen für Kulturvereine und zusätzlich Mittel für die Unterstützung der freien Kulturschaffenden


In Fernsehsendungen und in Zeitungen haben sich Kulturminister Thümler oder auch Finanzminister Hilbers vor Wochen geäußert, dass eine Förderung für die Kultureinrichtungen und auch für die Kulturschaffenden kommen soll. Ende März kündigte Minister Thümler per Pressemitteilung die zweite Säule der Landeshilfe für Kulturschaffende an. Zwischenzeitlich haben mehrere Länder vorgelegt, darunter auch das wirtschaftlich schwächer aufgestellte Mecklenburg-Vorpommern - mit einem 20 Millionen umfassenden und auf die diffizile Kulturlandschaft sehr gut ausgerichtetem Programm. In Niedersachsen wartet die Kulturszene bislang vergeblich.

Laut § 6 der Landesverfassung heißt es: „Das Land, die Gemeinden und die Landkreise schützen und fördern Kunst, Kultur und Sport.“ Die Kultur darf auch deshalb in der jetzigen Ausnahmesituation nicht einfach sich selbst überlassen werden – dann wird es sie an vielen Stellen in einem halben oder ganzen Jahr nicht mehr geben.

Bei der Unterstützung der Kultur Niedersachsens geht es auch um Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit! Alle Mitglieder von AKKU sind (auch) kulturvermittelnd tätig: z.B. bei außerschulischen Aktivitäten in Musik- und Kunstschulen, bei Theater- und Medienprojekten der Schulen, Klassenverbände besuchen Museen, Jugendliche treffen sich nachmittags in soziokulturellen Zentren. Und die Bundesakademie Wolfenbüttel bildet die Multiplikator*innen weiter.

Die niedersächsischen Kultureinrichtungen und –schaffenden werden vom Land Niedersachsen, von der Gesellschaft gebraucht. Sie vermitteln nicht nur kulturelle Bildungsinhalte, sondern sie vermitteln Werte, demokratische, soziale Werte. Letztlich bestärken sie Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrem Tun und Sein. Und sie bieten Orte des kulturellen Zusammenseins. Kultur ist somit gesellschaftsrelevant und ein Teil der Daseinsvorsorge.

AKKU fordert ein Minimum von 10 Millionen allein für die Kulturvereine. Diese Forderung basiert auf einer Befragung der Mitglieder, welche Unterstützung dringend notwendig ist, die über die Beantragung von Kurzarbeitergeld und eigene Sparmaßnahmen hinausgeht.

Die laufenden Kosten der Vereine addieren sich weiterhin, so zum Beispiel Mieten (eine Stundung hilft nicht), Reinigungskosten (bestehende Verträge), aber auch Personalkosten. Denn nicht alle Stellen können auf Kurzarbeit runtergefahren werden. Projekte, die auch die Vereins-arbeit und teilweise Stellen finanzieren, können auf unabsehbare Zeit nicht durchgeführt werden. Rücklagen haben die Vereine in der Regel nicht.

Sich eine Existenz als Freiberufler*innen aufzubauen, war bislang durch projektorientierte Arbeit und auch verschiedene Förderprogramme möglich. Die Einnahmen deckten in der Regel die Lebenshaltungskosten oft gerade so, dass nur selten Rücklagen aufgebaut werden konnten. Betriebskosten fallen bei den kulturellen Freischaffenden hingegen selten an. Und die Einnahmenausfälle werden durch das ALG II nicht aufgefangen.

Wir als Arbeitskreis der niedersächsischen Kulturverbände vertreten landesweit hunderte Einrichtungen, Kulturvereine und tausende freischaffende Künstler*innen und Kulturpädagog*innen. Allen diesen sind durch die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronakrise sämtliche Einnahmen weggebrochen. Dadurch ist die Existenz der freien Kultur Niedersachsens bedroht.

AKKU fordert deshalb ein Unterstützungsprogramm für die Kulturvereine und für soloselbständige Kulturschaffende in Niedersachsen mit einer angemessenen Ausstattung. Es droht eine Pleitewelle, die nicht nur massive persönliche Auswirkungen auf die Betroffenen hat, sondern langfristig zu einem deutlichen Einbruch der kulturellen Aktivitäten in ganz Niedersachsen führen wird.

Die Meldung als pdf zum Download.


Dieser Internetauftritt wird ermöglicht durch das Engagement der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur